Impuls
Ein einfaches Gebet
Eines Abends spät merkte ein armer Bauer auf dem Heimweg vom Markt, dass er sein Gebetbuch nicht bei sich hatte. Da ging mitten im Wald ein Rad seines Karrens entzwei, und es betrübte ihn, dass dieser Tag vergehen sollte, ohne dass er seine Gebete verrichtet hatte.
Also betete er: "Ich habe etwas sehr Dummes getan, Herr. Ich bin heute früh ohne mein Gebetbuch von zu Hause fortgegangen, und mein Gedächtnis ist so schlecht, dass ich kein einziges Gebet auswendig sprechen kann. Deshalb werde ich dies tun: ich werde fünfmal langsam das ganze ABC aufsagen, und du, der du alle Gebete kennst, kannst die Buchstaben zusammensetzen und daraus die Gebete machen, an die ich mich nicht erinnern kann."
Und der Herr sagte zu seinen Engeln: "Von allen Gebeten die ich heute gehört habe, ist dieses ohne Zweifel das beste, weil es aus einem einfachen und ehrlichen Herzen kam."
… nicht jedem ist es gegeben, seine Gebete frei zu formulieren und umso schwerer fällt dies, wenn mit und vor einer Gruppe gebetet wird. Die kleine Geschichte kann drei wichtige Impulse für uns geben:
1. Gebet braucht RaumDer Bauer hat sich einen ruhigen Ort gesucht, um mit Gott zu reden. Er hat eine Rast gemacht und sein Gebet nicht in das Chaos des Marktes oder der Fahrt hinein formuliert.
2. ”Falsche Gebete” gibt es nicht
Gott reicht schon das Alphabet! Ein ehrliches Gebet braucht nicht die perfekten Worte.
3. Gebet braucht Ausdruck
Der Bauer hat ganz langsam das ABC gesprochen. Es bringt nichts, ein Gebet herunter zu rattern.
Traue Gott zu, dass er dich und dein Anliegen verstehen kann ...
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